ARC 2013

Regatta-Start: 24.11.2013 um 14:00 Uhr MEZ
Starthafen: Las Palmas / Gran Canaria
Zielhafen: Rodney Bay / St. Lucia
Segelyacht: Oyster 53
Crew: Andreas, Volker, Edwin und Hajo




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Mehr Info's zur Position

Donnerstag, 12. Dezember 2013 - 21:05 Uhr
Letzter Tag

Die Nacht fing ruhig an. Meine Wache begann um 1 Uhr Bootszeit. Vorher habe ich noch ganz gut schlafen können. Die Wellen waren nicht mehr so wild. Um halb zwei fing es an zu regnen und gleichzeitig kam der Wind. Bis 40 kn. Schnell habe ich das Stagsegel wegenommen und die Genua gerefft. Ich dacht, das ist gleich vorbei und du kannst wieder ausreffen. Um 3 habe ich mir dann erst mal trockene Sachen angezogen mit dem Ölzeug und um 4 hat Hajo übernommen. An Schlaf war nicht zu denken. Die hohen Wellen waren auch wieder da. Heute morgen, war der Wind ruhiger. Plötzlich meldet sich das Funkgerät. Thomas von der "ADRIENNE" ruft uns. Er ist am Horizont zu sehen und hat unser AIS-Signal empfangen. Er selber sendet allerdings keines. Mit notdürftig gesetztem Groß (sein Baum ist gebrochen), ausgebaumter Genua und Stagsegel kommt er langsam näher. Wir reffen auch wieder aus, lassen aber das Groß drin. Langsam zieht Thomas in Rufweite vorbei. Wir winken uns zu und machen gegenseitig Fotos.
In der ARC-Positionsmeldung von heute Mittag sind etliche Schiffe mit dem gleichen Abstand zum Ziel wie wir (+- 10sm) Das gibt ja heute Nacht noch richtig Betrieb in der Marina. Wir haben jetzt noch 95 sm und können es kaum erwarten wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.


Schöne Grüße
Andreas

Mittwoch, 11. Dezember 2013 - 21:27 Uhr
Endlich ruhiger

Die Nacht war mal wieder der Horror. Hohe Wellen, starke Böen und ewiges Geschaukel.
Erst heute vormittag wurde es etwas ruhiger. Die Wellenhöhe nimmt kontinuierlich ab. Nur hin und wieder noch ein paar Wellenkombinationen, die uns völlig aus dem Kurs werfen. Wir optimieren die Segel und sind mit dem Speed ganz zufrieden. Alle anderen sind zwar schneller, aber wir kommen so auch ans Ziel. In der Nacht überholen uns die Marrylin III und die Merryn. Beide sind mit Spinaker unterwegs und wir haben nichts entgegenzusetzen.
ARC-Rally-Control meldet vorgestern, dass eine Segelyacht etwas östlich von uns von der Crew aufgegeben wird. Die Crew wird von einem Motorschiff aufgenommen. Heute kommt dann die Mitteilung, dass es sich nicht um ein ARC-Schiff handelt. Es treibt jetzt führunglos über den Atlantik und wird wohl bald untergehen.
In der heutigen Funkrunde wird von einigen Schäden berichtet: gerissene Genua, gebrochener Baum, Watermaker kaputt, Wasserpumpe kaputt u.s.w. Zum Glück nicht bei uns. Bis auf den Genaker, haben wir bisher keine Ausfälle. Wir haben den ganzen Tag wieder beide Angeln draußen, aber es hat wieder keiner angebissen. Volker macht sich schon lustig.
Die letzten fünf Kartoffeln gehen heute über Bord und ich mache Spagetti. Hajo komponiert ein leckers Dessert dazu und wir geniessen noch etwas die Abendstimmung. Der Wind hat nachgelassen und wir sind noch mit knapp über 6kn unterwegs.
Gleich, wenn es dunkel ist, hole ich mir meine Mails und den Positionsreport der ARC ab. Das geht nachts am Besten.
Morgen haben wir unseren letzten ganzen Tag auf See. Wir freuen uns auf St. Lucia.


Schöne Grüße
Andreas

Dienstag, 10. Dezember 2013 - 16:55 Uhr
Schlaflos auf dem Atlantik

Wieder eine fast schlaflose Nacht.
Wir haben ca. 15 kn Wind genau von hinten. In Böen über 20kn. Aber die Wellen werden immer höher und unberechenbarer. Die werfen das Schiff hin und her. Imposant zu sehen, wie die Wasserberge heranrollen, das Schiff in die Höhe heben und dann um 30 Grad herumdrehen. Seit heute früh fahren wir einen halbwegs stabilen Kurs mit gut 7 kn. Damit kommen wir Freitag früh in Rodney Bay an. Allerdings haben uns bis dahin noch einige Schiffe überholt. Den 3. Platz in unserer Gruppe können wir wahrscheinlich auch nicht halten. Aber egal, wir wollen nur gut ankommen.
Wenn wir angelegt haben, schlafe ich wohl erst mal 2 Tage durch.
Hajo, Edwin und Volker versuchen ständig mit ihren Foto- und Filmkameras die Wellen zu dokumentieren, Aber die kommen dann auf den kleinen Bildschirmen eh nicht zur Geltung. Wer die nicht miterlebt hat, kann sich das kaum vorstellen.
Die Angeln bleiben bei dem Seegang auch drin. Es ist zu gefährlich sich unnötig über Deck zu bewegen. Wer hier über Bord geht, ist so gut wie verloren.
Nach neuester Vorhersage, sollen Wind und Wellen so bleiben bis kurz vor die Inselkette der Winward Islands.
Das stehen wir noch durch. Freitag früh laufen wir dann in Rodney Bay ein.


Schöne Grüße
Andreas

Montag, 9. Dezember 2013 - 19:22 Uhr
Hohe Wellen

In der Nacht habe ich kaum geschlafen. Die hohen Wellen aus Norden machen mir Sorgen und kosten Geschwindigkeit. Hoffentlich hören die bald auf! Ich stehe um 1 Uhr auf und korrigiere den Kurs etwas, damit uns die Wellen nicht so herumwerfen. Aber wieder einschlafen kann ich nicht. Gestern haben wir Wale gesehen. Eine große Herde, die wir entweder mitten durch oder knapp vorbei passiert haben. Wir haben sie erst gesehen, als sie in unserem Kielwasser auftauchen. Heute hat sich eine Schule mit ca. 30 Delphinen zu uns gesellt und begleitet uns eine Weile. In der Funkrunde haben fast alle guten Wind und sind jetzt mit Parasailor und Genaker alle scheller als wir. Nur weit im Norden herrscht jetzt Flaute. Am Horizont zieht im Laufe des Nachmittages eine Segelyacht vorbei. Wir können nicht feststellen welche das ist und ob sie zur ARC gehört.
Unsere Frauen haben noch ein Zimmer für eine Nacht nachbuchen können, allerdings im Nachbarhotel. Sie haben ihr Zimmer bis Donnerstag gebucht, wir kommen aber erst (hoffentlich) Freitag und ihr Hotel ist dann ausgebucht. Also müssen sie für eine Nacht umziehen.
In der Marina ist noch nicht viel los. Bis auf ein paar Racer sind noch keine Schiffe da. Der Betrieb beginnt wahrscheinlich erst Donnerstag oder Freitag. Die ARC bietet für die dort Wartenden eine kostenlose Inselrundfahrt an und unsere Mädels haben sich für morgen dort angemeldet.
Bei uns herrscht heute weitestgehend Langeweile. Die Delphine waren ein Highlight aber sonst ist noch nichts passiert. Kein Fisch, kein aufregendes Manöver. Ich nutze die Zeit um mir mal wieder die Haare zu schneiden. Die wachsen hier anscheinend schneller als an Land.


Schöne Grüße
Andreas

Sonntag, 8. Dezember 2013 - 19:57 Uhr
Genaker futsch

Wieder eine ruhige und dunkle Nacht. Meine Wache geht bis 4 Uhr. Hajo löst mich ab und ich gehe in die Koje. Nach zwei Stunden wache ich auf und merke, dass der Wind zugenommen hat. Ich ziehe mich an und gehe an Deck. Wir haben guten Wind und laufen über 6 Knoten mit Groß und Genua. Wir warten, bis es etwas heller geworden ist und setzen dann den Genaker. Super! Endlich wieder ein guter Speed. 8 bis 9 kn. Euphorisch rechne ich schon unsere Ankunftszeit für Donnerstag hoch. Alle sind guter Laune. Bis, ja bis der Genaker wieder herunter kommt. Diesmal endgültig. Der Bergetrichter hängt noch mit ein paar bunten Fetzen oben, der Rest liegt im Wasser. Einmal längs und einmal quer gerissen. Nicht mehr zu reparieren. Zumindest nicht mit Bordmitteln. Still bergen wir die Reste aus dem Wasser und setzen die Genua. Wir verlieren sofort wieder 1,5 bis 2 kn Geschwindigkeit und mit Donnerstag wird wohl nichts. Evtl. Freitag.
So ein Pech. Die Stimmung ist wieder hin und ich ziehe mich mal für ne Stunde in meine Koje zurück.
In der Funkrunde erreiche ich nur 2 Schiffe. Die Kathea hat in der letzten Nacht auch einen Genaker verloren, aber sie haben Ersatz. Ich nicht. Mit viel Rauschen im Hintergrund höre ich noch wie die Capricorn sich meldet und dann noch etliche andere Schiffe, die wiederum jetzt die Caprikorn anrufen. Ich werde gleich mal eine Mail an Ralf schicken, dass er ab jetzt die Funkrunde übernimmt. Er steckt mitten drin und kann fast alle erreichen.
Wir fahren weiterhin WSW und haben Wellen von 3 m Höhe von Nord. Das Schiff schaukelt hin und her und das Material wird extrem belastet. Hoffentlich geht nicht noch mehr kaputt. Wenn die Genua noch reißt, kann Meggi ohne Hajo wieder nach Hause fliegen.

Schöne Grüße
Andreas

Samstag, 7. Dezember 2013 - 23:49 Uhr
2.Fall

Die Nacht ist ruhig, der Motor tuckert vor sich hin und wir fahren Richtung WSW. Es ist fast unheimlich: Stockdunkel, keine Sterne, kein Mond, kein Horizont, man sieht die Hand vor Augen nicht. Auch das Glitzern des Planktons im Wasser fehlt fast gänzlich. Irgendwann in der Nacht taucht die Excalibur wieder hinter uns auf. Volker versucht mit zwei Ausweichmanövern einer Kollision aus dem Wege zu gehen, aber die Manöver werden vom Rudergänger der Excalibur nachgefahren. Erst mit einer drastischen Kursänderung kommt er weg. Die Excalibur passiert in Rufweite. Später funke ich mit Heike und wir wünschen uns eine gute Weiterfahrt nach St. Lucia. Wahrscheinlich war sie bei dem nächtlichen Manöver genausowenig an Deck wie ich. Gegen Morgen kommt etwas Wind auf. Wir setzen sofort den Genaker und baumen ihn aus. Die anfänglichen 6 kn Fahrt reduzieren sich im laufe des Tages auf 4, aber wir haben keinen Sprit um unter Maschine ans Ziel zu kommen. Wir müssen damit zufrieden sein. In der Funkrunde sind die meisten genauso frustriert wie ich. Nur weiter im Osten und tief im Süden gibt es besseren Wind. Nach meiner Karte müssen wir nur weiter nach Westen kommen. Dann erreichen wir die Ausläufer eines Tiefs, das nach Nordost abzieht. Aber das ist noch weit. Am Nachmittag dann der Schreck: Unser zweites Spifall bricht. Irgendwo im Masttop hat es sich durchgescheuert. Es hat lange gehalten, aber jetzt ist es hin. Wir haben noch die Möglichkeit ein Fall außen am Mast hoch zu ziehen, aber dazu muss jemand hoch in den Masttop. Edwin erklärt sich sofort bereit. Schon in Las Palmas meinte er, er würde gerne mal dort hoch. Jetzt auf offener See ist es natürlich etwas anderes als im Hafen. Mit zwei Fallenden in der Hand, ziehen wir ihn hoch. Er zieht die Enden durch die Rollen und wir lassen ihn auch wieder runter. Danach ziehen wir den Genaker wieder hoch und alles ist fast so wie vorher. Nur der Wind hat weiter nachgelassen. Wir versuchen die Segelstellung immer weiter zu optimieren und anzupassen und es gelingt uns die mageren 4 kn zu halten. Hoffentlich hält das auch die Nacht durch (wenn man keine Alternative hat, freut man sich auch über geringe Geschwindigkeiten).
Ein Fisch hat wieder nicht gebissen. Bei der Geschwindigkeit beissen, wenn überhaupt, nur die Alten und Kranken. Wer will die auch essen ?

Schöne Grüße
Andreas

Freitag, 6. Dezember 2013 - 23:53 Uhr
Nikolaustag

Heute ist Nikolaus. Volker gibt für jeden Lebkuchen aus, aber sonst ist uns nicht nach Nikolaus.
Wir stecken mal wieder in einer Flaute fest. Laut Wetterkarte auch noch für die nächsten Tage.
Jetzt sind wir seit 11 Tagen unterwegs und haben noch 1.000 sm vor uns. 1.850 liegen zwar schon in unserem Kielwasser, aber wir kommen nicht vorwärts. Zumindest nicht unter Segel und der Dieselvorrat ist begrenzt. Die Positionsmeldungen der ARC möchte ich mir schon gar nicht mehr anschauen. Das Wetter ist ja diesmal noch schlechter als 2010. Auch ohne 600sm Umweg um die Kap Verden brauchen wir genauso lange. Ich bin total deprimiert. Das überträgt sich natürlich auf die Stimmung an Bord. Edwin liest, Hajo hört Musik , Volker liegt in der Koje und ich versuche mich irgentwie abzulenken.
Zum Beispiel mit waschen. Heute habe ich mal meine Wäsche gewaschen. Ich dachte noch ich käme mit all den Klamotten die ich an Bord habe hin, aber das ist nun aussichtslos. Also nehme ich mir den Eimer und das Waschmittel und versuche meine Wäsche etwas sauberer zu bekommen. Das gelingt kaum. Aber sie riecht wieder besser.
Bis zur Funkrunde ist es noch etwas und ich koch mir jetzt erst mal einen Kaffee und werde mich wieder in mein Buch vertiefen. Mit Wind ist nicht zu rechnen.
Aus der Funkrunde stecken fast alle in der Flaute. Bis auf die, die weit im Osten sind. Die holen jetzt schnell auf. Ralf erkundigt sich nach meinen Dieselvorräten. Klaus von der "Sleipnir" schaltet sich sofort ein und bietet Diesel an. Er hat einen Motorschaden und kann locker 650 Liter abgeben. Die braucht er nicht mehr. Aber er hat genug Lebnensmitel an Bord um noch lange in der Flaute ausharren zu können.
Hajo fängt jetzt schon an das Abendessen vorzubereiten. Bratkartoffeln und Mahi Mahi.
Leider ist heute kein Fisch hinzu gekommen.
Jetzt gegen Abend ziehen am Horizont ein paar Wolken auf. Wenn wir Glück haben, bringen die uns für kurze Zeit etwas Wind. Aber auch wenn, dann ist das nur für höchstens ne Stunde.
Nicole wartet jetzt auf St. lucia und ich wäre gerne schnell dort.

Schöne Grüße
Andreas

Freitag, 6. Dezember 2013 - 00:55 Uhr
Mast und Schrotbruch

Die Wetterkarte hatte uns eigentlich für heute ca. 18 kn Wind versprochen.
Die ganze Nacht sind wir mit schlagendem Genaker in den Wellen geschaukelt ohne richtig voran zu kommen. Heute morgen haben wir dann den Genaker ausgebaumt und fahren ihn vor dem Bug. Das geht etwas besser, aber der Wind hat noch weiter nachgelassen und die Situation hat sich somit nicht verbessert. Wir braten in der Sonne und rechnen uns die Zielankunft aus. Die "welcome-party" können wir abhaken. Das schaffen wir nicht mehr.
Gegen 15 Uhr kommt dann der Genaker herunter. Wie in Zeitlupe landet er im Wasser. Das Fall ist durchgescheuert. Wo auch immer. Wir holen ihn schnell wieder an Bord und ziehen ihn mit dem zweiten Spifall wieder rauf. Bisher ohne Probleme.
In der Funkrunde erreiche ich die meisten nicht. Wahrscheinlich sind die Entfernungen zu groß. Aber die, die mir antworten haben den gleichen schlechten Wind wie wir und kommen auch schlecht voran.
Nach der Funkrunde entdeckt Volker ein AIS-Signal auf dem Schirm. Eine deutsche Kennung, aber noch kein Schiffsname. Manchmal dauert es etwas, bis alle Daten übermittelt werden. Das kann nur die Excalibur sein. Ich hatte gestern schon vermutet, dass sie heute in Sichtweite kommen wird. Die Excalibur ist ein reines Regatta-Schiff mit einem ganz anderen Rumpf und besserer Besegelung. Ich funke mit Christian und Heike und freue mich, dass die noch so gut gelaunt sind. Nach den vielen Problemen, mit denen sie vor und nach dem Start zu kämpfen hatten. Wahrscheinlich werden sie uns in der Nacht überholt haben.
Nicole ist heute mit Meggi und Petra in St. Lucia angekommen. Ich hoffe, sie kann den Blog noch einstellen, ansonsten halt morgen.
Ich werde nachher mal anrufen und fragen ob alles ok ist. Heute müsste auch das erste ARC-Schiff in St. Lucia angekommen sein. Die "CARO" lag gestern so weit vorn, daß es heute eigentlich geklappt haben müsste. Die Positionsmeldungen der ARC werde ich heute Nacht abrufen.

Schöne Grüße
Andreas

Mittwoch, 4. Dezember 2013 - 19:20 Uhr
Mahi Mahi

Den Mahi Mahi habe ich in der Pfanne gebraten, Salzkartoffeln und etwas Gemüse dazu. Anschließend noch ein Glas leckeren Rotwein, dann beginnt die Nachtwache. Volker fängt an und wird von Edwin abgelöst. Kurz nach dem Wachwechsel wache ich auf und merke, dass etwas nicht in Ordnung ist. Schnell an Deck. Der Wind ist sehr böig geworden und hat heftige Dreher. Edwin versucht den Kurs anzupassen aber so schnell kann er nicht reagieren. Der Genaker knallt und flattert, aber der Spuk ist schnell vorbei und mit etwas nördlicherem Kurs geht es weiter. Es fängt an zu regnen. Ich habe mir nur schnell ein langes Shirt und Hose angezogen und bin schnell durchnässt. Nach einer Weile gehe ich mich dann doch noch umziehen. Ölzeug! Ich bleibe bei Edwin an Deck bis meine Wache beginnt. In Ruhe ein Buch lesen kommt nicht in Frage. Dafür ist der Wind zu unberechenbar. Trotzdem lassen wir den Genaker oben. Hajo löst mich dann irgendwann ab und ich gehe schlafen. Wir machen zu wenig Speed, da die Wellen das Schiff hin und her werfen und der Genaker immer wieder zusammenfällt. Hoffentlich legen sich die Wellen bald und der Wind nimmt etwas zu.
In der Funkrunde sind alle sehr zufrieden mit dem Wind und die mit einem Parasailor machen jetzt richtig Speed.
Sandra von der "Sweet Pearl" teilt mit, dass sie die KapVerden anlaufen werden und ein Crewmitglied ins Krankenhaus bringen werden. Er hat sich während eines Squalls eine Rippe gebrochen. Nach 2 Tagen wollen sie dann wieder weiter. Mit oder ohne ihn.
Während ich Ralf noch zu seinem ersten Mahi Mahi gratuliere, beißt bei mir auch einer an. Schnell die Funkrunde beenden und den Fisch an Bord holen. Da wir mit dem Genaker das Schiff nicht leicht verlangsamen können, dauert es etwas länger bis wir ihn haben. Ich nehme ihn aus und Hajo filetiert ihn. Heute gibts mal wieder Mahi Mahi mit Kartoffeln. Aber ich freue mich noch immer drauf.
Der Tag war sonnig mit kaum Wolken. In der Sonne ist es sehr heiß und wir suchen uns Schattenplätze. Erst jetzt, gegen Abend geniessen wir die Sonne noch etwas. Ich muss mich gleich ums Abendessen kümmern.



Schöne Grüße
Andreas

Dienstag, 3. Dezember 2013 - 19:17 Uhr
Bergfest

Die Nacht war total ruhig. Kurz nachdem Hajo mich abgelöst hat, fängt es heftig an zu regnen. Aber das bekomme ich schon nicht mehr mit. Tief und fest schlafe ich durch bis zum Morgen. Der Tag ist wie gestern. Mal Wind mal kein Wind. Seit ca. 4 Stunden steht jetzt allerdings der Genaker. Der Wind ist zwar nicht beständig, aber es sieht gut aus, dass wir auch mit dem Leichtwindsegel durch die Nacht kommen. Heute Nachmittag hat noch ein Mahi Mahi angebissen. Ich habe ihn schnell draußen und ausgenommen. Hajo übernimmt das Filetieren. Wir haben noch jede Menge Kartoffeln, die langsam weg müssen. Also gibt es zum Abendessen frischen Fisch mit Kartoffeln. In der Funkrunde berichten fast alle von gutem Wind und alle kommen gut voran. Um 17.25 UTC schaue ich auf unseren Computer. DTD ist 1429sm und gefahrene Strecke bisher 1429. Genau die Hälft. Das ist doch ein Bier wert. Ab jetzt geht es "bergab".
Mittlerweile ist es recht warm. Den ganzen Tag scheint die Sonne und auch in der Nacht kühlt es nicht mehr so ab. Meine Wache in der letzten Nacht habe ich locker im T-Shirt überstanden.
Volker hatte heute große Wäsche und das Schiff sieht wieder wie ein Campingwagen aus. Die Reling voller Wäsche.
Nicole hat zu Hause schon angefangen den Koffer zu packen. Am Donnerstag geht der Flieger nach St. Lucia. Wir brauchen noch über eine Woche. Hoffentlich bessert sich der Wind noch!


Schöne Grüße
Andreas

Montag, 2. Dezember 2013 - 17:38 Uhr
Kaum Wind

Nach dem Abendessen sind alle früh ins Bett gegangen.
Ich hatte die erste Wache. Der Wind war gut und auch keine so hohen Wellen mehr. Alle können heute tief und fest schlafen.
Anfangs war es noch etwas bewölkt, aber so nach und nach zeigte sich ein grandioser Sternenhimmel.
Die Sterne reichen bis zum Horizont hinab. Das gibt es bei uns zu Hause nicht. Einige Male greife ich zum Fernglas, wenn am Horizont wieder ein neues Licht auftaucht. Ist es ein anderer Segler, oder ein Stern?
Einen anderen Segler sehen wir, als ich mich gegen 5 Uhr zu Edwin geselle, der zu der Zeit Wache hat. Der Wind ist komplett eingeschlafen und davon bin ich wach geworden. Wir nehmen die Segel rein und starten den Motor. Zwei Stunden später kommt wieder etwas Wind. So geht es heute den ganzen Tag. Segel raus, Segel rein. Dabei ruhiges Meer und Sonnenschein. Hajo wäscht seine Sachen durch und Edwin schließt sich dem an. Bald hängt die ganze Reling voll Wäsche.
Einen Positionsbericht der ARC habe ich heute noch nicht empfangen. Auch Emails bekomme ich nur über einen Umweg.
Sailmail hat mir mitgeteilt, daß ich über das Zeitlimit von 90 Minuten gekommen bin und ich den Dienst nur noch reduziert nutzen kann.
Ich weiß zwar von dem Limit 90 Minuten in 7 Tagen, aber niemand kann mir sagen ab wann die 7 Tage zählen. Sonntag bis Samstag, oder Montag bis Sonntag war meine Vermutung vielleicht auch heute und die vergangenen 6 Tage. Wie auch immer, die Woche hat neu begonnen und heute war es meine erste Anmeldung. Ich bin verwundert. Jörg von Yachtfunkt hat mir seinen Account zur Verfügung gestellt und so kann ich mir zumindest mit der Wetterkarte helfen. Emails möchte ich mit seiner Adresse nicht versenden.
Vielleicht geht mein Account morgen wieder.

Schöne Grüße
Andreas

Sonntag, 1. Dezember 2013 - 23:20 Uhr
Sonniger Tag

Der Tag wurde zunehmend freundlicher. Die Sonne scheint schon seit Stunden und der Wind bringt uns gut nach Süd-West.
Er weht immernoch aus W mit ca. 20 kn. Wir kämpfen um jedes Grad nach West und fahren eine ungemütliche Schräglage. Da die Wellen etwas nachgelassen haben, kann ich vorsichtig auch mal meine Kabine durchlüften und dabei meine Sachen trocknen. Ich hab kaum noch was trockenes und mit dem Salzwasser bleiben die Sachen trotzdem klamm. Unsere Geschwindigkeit ist 7 - 8 kn. In der Funkrunde sind einige in unserer Nähe mit gleichen Bedingungen. Andere weiter in Süd-Ost warten noch auf besseren Wind. Wir sind auch noch nicht zufrieden, aber der Wind soll ja noch drehen. Hoffentlich bleibt die Nacht ruhig.
Hajo fängt wieder einen Mahi Mahi. Ich hole ihn aus dem Wasser und Edwin ist beim Ausnehmen behilflich. Im Moment stehen Hajo und Edwin in der Küche und bereiten das Abendessen vor. Das kann ja nur super werden.


Schöne Grüße
Andreas

Sonntag, 1. Dezember 2013 - 14:38 Uhr
1.Advent

Der Wind hat in der Nacht wieder aufgefrischt. Nicht mehr ganz so stark wie die Nächte zuvor aber immerhin bis 30 kn. Dabei wieder hohe Wellen und genau aus der Richtung in die wir müssen. Wir segeln "gegenan" un kämpfen um jedes Grad. Er ist sehr böig und hält etliche plötzliche Dreher bereit. Ständig müssen wir den Kurs und die Segelstellung ändern. Ich löse Edwin von seiner Wache ab, muss ihn aber dann doch nochmal rufen, um eine Wende zu fahren. Der Wind hat jetzt soweit gedreht, dass wir zu weit nach Norden kommen. In der Bugkabine kann man kaum schlafen. Wenn der Bug ins Wellental knallt, hebt man regelrecht ab. Alles ist sehr anstrendend. Ich bin froh, dass Hajo schon vor Ende meiner Wache an Deck kommt und mich ablöst. Danach schlafe ich schnell ein. Unser jetziger Kurs bringt uns nicht gut nach Westen, aber nach Süden und so rücken wir unserm Ziel doch allmählich näher. Andere Schiffe haben jetzt eine bessere Position und holen schnell auf oder überholen uns. Hoffentlich dreht der Wind bald zu unseren Gunsten.
Während einer besonders heftigen Böe letzte Nacht ist einiges im Salon durcheinander geflogen. Auch mein Computer ist einmal quer durch den Salon gesegelt. Nun hat er zu den Rissen im Gehäuse auch noch Absplitterungen. Aber er funktioniert noch.
Heute ist 1. Advent, allerdings nicht für uns. Zu einem gemütlichen Kaffeetrinken kommen wir nicht. Laut Vorhersage soll spätestens morgen der Wind weitestgehend einschlafen. Das wäre auch nicht so gut, würde uns aber mal eine Erholungspause bringen.
Hajo zieht sich gerade die Rettungsweste über und will die Angel ausbringen. Kein einfaches Unterfangen bei der Schräglage mit den Wellen. Die Reste des Mahi Mahi habe ich gestern in der Nudelsoße verarbeitet.


Schöne Grüße
Andreas

Samstag, 30. November 2013 - 20:44 Uhr
Wieder Sonnenschein

Die Stimmung ist mittlerweile besser. Bis zum Nachmittag haben wir noch gegen die hohen Wellen angekämpft und keinen Speed drauf bekommen. Die Wellen haben uns total ausgebremst. Ausserdem hat der Wind ständig gedreht und wir mussten einige Wenden fahren, ohne richtig voran zu kommen. Erst seit ca. 3 Stunden haben wir beständigen Wind mit ca. 20 kn der uns erlaubt direkten Kurs auf St. Lucia zu fahren. Die Wellen machen uns noch zu schaffen, aber die sind auch kleiner geworden. Die Sonne scheint wieder und die Stimmung ist besser. Mit ca. 7 kn sind wir in der jetzigen Situation sehr zufrieden. Unsere Genua hat in der letzten Nacht stark gelitten und Volker versucht das Unterliek wieder zu nähen. Edwin sichert ihn dabei. Wir haben ganz schön Schräglage und der Bug schaufelt Tonnen von Wasser über das Schiff. Zum Glück haben wir vor Abreise den Anker und die Ankerkette von vorne weggenommen. Wenn wir jetzt die geschätze Tonne Ankergeschirr noch dort hätten, kämen wir noch schlechter voran.
Die heutige Funkrund verlief sehr schleppend. Ich habe kaum jemanden verstanden. Nur Klaus ist mit der "Sleipnir" noch in der Nähe und gut zu verstehen. Ohne Autopilot schon die zweite Nacht, war die letzte Sturmnacht eine echte Belastung für ihn und seine Crew. Jetzt ist ihm auch noch die Genua gerissen. Wenn er keinen Vorwindkurs mit seinem Parasailor fahren kann, kommt er nicht mehr richtig voran.
Aber er hat einen guten Angler und eine gute Köchin an Bord.

Schöne Grüße
Andreas

Samstag, 30. November 2013 - 10:40 Uhr
Sch...Wind die 2.



Der Tag war ereignislos. Viel Wind, wir fahren mit gerefften Segeln. Die "Merryn" eine Grande Solei 50, die schon seit über 3 Tagen auf unserem AIS und teilweise auch in Sichtweite ist, holt jetzt auf. Heute hat sie uns schon 4 sm abgenommen. Aber zu viel Segel ist mir zu riskant. Dann lieber einen Platz velieren. Bei ihrer Segelgarderobe haben wir auf Dauer eh keine Chance gegen sie.
Später taucht noch ein AIS-Signal auf. Die "Feel good". Die finde ich nicht in meiner ARC-List. Die geht auch Richtung Nord-West weiter. Die Funkrunde ergibt, dass wir weit auseinander liegen. Einige Schiffe aus der Funkrunde sind Richtung Süden abgedreht, einige sind noch in unserer Richtung unterwegs. Die "Sleipnir" hat den Autopilot kaputt. Bei dem Wetter von letzter Nacht, möchte ich nicht die ganze Zeit am Ruder stehen. Hajo bereitet den Mahi Mahi zu und pünklich zum Abendessen läßt der Wind nach. Ich schaffe gerade noch den Abwasch, da geht es auch schon wieder los. Schnell geht der Wind auf 8Bf hoch und hält sich dort.
Wir reffen schnell Groß und Genua und fahren noch mit 8 kn in die Nacht. Erst als der Wind noch etwas zulegt nehme ich das Groß ganz weg und lasse noch die Genua auf "Taschentuchgröße". Damit schaffen wir nur noch 3-4kn Fahrt, aber der Wind ist mir zu heftig für mehr Segel. Die "Merryn" kommt mit 8-9 kn näher. Ein neues AIS-Signal taucht aus SO auf (was für ein Betrieb hier) mit Richtung NW. Die "Lumpolumpo". Auch kein ARC-Schiff. Die "Merryn" meldet sich über Funk und meldet sich bei mir ab. Sie wollen beidrehen und so den Sturm abwettern. Ob ich Informationen über den Sturm hätte? Hätte ich gerne. Eine Stunde später meldet sich die "Lumpolumpo" bei mir. Der Skipper erzählt das er die MiniTransat mit macht und einhand unterwegs ist. Ob ich ihm vielleicht Vorfahrt gewähren könnte und einen anderen Kurs wählen würde. Ich sage zu und gehe ans Ruder. Jetzt setzt der Regen ein. Wie aus Kübeln. Da der andere mit seinem 7-Meter-Boot allein bei dem Wetter auch nicht unbedingt Kurs halten kann, bleibe ich am Ruder bis er vorbei ist. Später meldet er sich nochmal und fragt, ob ich Informationen über den Sturm hätte. Ich verneine und er meldet sich ab und schaltet sein Funkgerät aus, da er Strom sparen muss. Später will er sich nochmal melden. Tatsächlich, kurz nach Sonnenaufgang, meldet er sich und gibt eine Frequenz durch, auf der um 9 Uhr Wetternachrichten kommen. Wir bedanken uns. Ich sitze in der Zwischenzeit schon vor dem Computer und versuche eine neue Wetterkarte zu bekommen. Eigentlich Quatsch. Der Sturm der letzten Nacht stand auch auf keiner Karte.
Der Wind bläst immer noch kräftig im hohen 7er Bereich und wir schaukeln durch die Wellenberge. Solche Wellen habe ich noch nicht gesehen. Das Schöne an dieser Nacht ist, dass sie auch zu Ende geht. Der Tag bricht heran und wir sehen wenigsten wieder etwas.
Die Lumpolumpo meldet sich nochmal und erzählt, dass ein weiteres "MiniTransat-Boot" etwas nördlich Probleme hat und wir uns bitte in Rufbereitschaft halten sollen. Die ARC berichtet auch von einigen Problemen an verschiedenen Schiffen, die aber weiter nicht dramatisch sind. Allerdings ist wohl gestern ein Skipper eines ARC-Schiffes ums Leben gekommen. Schiff und Crew sind jetzt auf den KapVerden.

Schöne Grüße
Andreas

Freitag, 29. November 2013 - 15:33 Uhr
Sch.....Wind

Kaum habe ich den letzten Text versendet, da frischt der Wind auf. Super, denk ich, 25 kn und wir können direkten Kurs laufen.
Groß und Genua stehen super und wir schaffen bis 9 kn. Hajo übernimmt gegen Mitternacht meine Wache und ich schlafe beruhigt ein. Leichte Lage, kein Schlagen, kein Motor, das wir eine ruhige Nacht. Eine Stunde später wache ich auf: Segel schlagen, Winschen werden betätigt, Getrampel an Deck. Ich stehe schnell auf und nur mit der Schlafanzugshose helfe ich bei 35 kn Wind und heftigem, waagerechtem Regen die Segel zu reffen. Volker (nur in Schlafanzugshose) und Hajo sind klatschnass, ich bin es in Millisekunden. Wir reffen das Gross um 2/3 und die Genua um 1/3. Etwas später nehmen wir das Groß ganz weg. Ich ziehe mich an und schicke die anderen in die Koje. Hier muss nur einer im Cokpit sitzen und schlafen kann ich bei dem Wetter eh nicht. Eine Seeschwalbe gesellt sich zu mir und sucht Schutz auf meiner Bank. Dort bleibt sie bis heute vormittag. Kurz nach sieben kommt Edwin um mich abzulösen. Mittlerweile hat der Wind wieder nachgelassen und alle Segel stehen wieder. Nur zum Segeln reicht der Wind nicht, der Motor läuft mit.
Alles sieht gut aus und ich bin froh aus meinen nassen Sachen herauszukommen. Nass und frierend gehe ich in die Koje.
Gegen halb 11 werde ich von den Winschen geweckt. Der Wind kommt wieder mit knapp 30 kn und Hajo refft Groß und Genua.
Ich stehe schnell auf und schaue was ich helfen kann. Alles ist gut, Hajo hat sogar bei dem Seegang noch einen Mahi Mahi gefangen, den er jetzt filettiert. Ich koche Kaffee und hole mir nun die neuesten Wetterdaten.

Schöne Grüße
Andreas

Freitag, 29. November 2013 - 08:47 Uhr
Super Wind

Den ganzen Tag dümpeln wir vor uns hin. Kein Wind. Hin und wieder versuchen wir die Segel zu setzen, aber es reicht nicht.
Heute haben wir die Uhr um eine Stunde umgestellt und es wird auch langsam merklich wärmer. Nachts brauchen wir die dicken Jacken nicht mehr.
Hajo kümmert sich wieder uns Abendessen. Grade als es auf dem Teller war, rauscht meine Angel ab. Den ganzen Tag muckt sie nicht, aber wenn das Essen auf dem Tisch steht....
Ich springe sofort auf und bin rechtzeitig da, bevor der Fisch die komplette Schnur gezogen hat. Leider hat er nicht richtig zugebissen und läßt sofort wieder los. Ich hole die Angel ein, ist ja auch schon spät. Nachts wird nicht geangelt. Wieder am Tisch, hat Volker schon abgeräumt. Dabei war ich noch lange nicht fertig. Nach dem Abendessen kommt etwas Wind. Wir setzen mal wieder die Segel und lassen die Maschine noch etwas mitlaufen. Später brauchen wir die auch nicht mehr und wir rauschen unter Segel mit 8 kn in die Nacht. Martin prognostiziert mir am Telefon guten Wind für die nächsten Tage, wenn auch aus unterschiedlichen Richtungen.
In meiner heutigen Funkrunde, wird vor Unwettern auf meiner Route gewarnt und einige Schiffe laufen daraufhin direkten Südkurs. Ich lade mir nochmal eine Wetterkarte runter und sehe das aber nicht bestätigt. Auch Martin ist nicht dieser Ansicht.
Wir laufen 240° und kommen damit gut voran.

Schöne Grüße
Andreas

Donnerstag, 28. November 2013 - 13:50 Uhr
Totale Flaute

Wir haben das Flautengebiet in der Nacht erreicht.
Sowohl Hajo, Volker als auch Edwin versuchen jede Böe auszunutzen und setzen sofort die Segel, sobald der Windanzeiger auch nur halbwegs vernünftigen Segelwind anzeigt. Wir wollen jede unnötige Motorstunde sparen. Aber ab heute früh ist "tote Hose".
Das Meer ist glatt, bis auf die Dünung und ein anderer Segler vor uns, der wie wir in der Nacht noch auf unterschiedlichen Kursen versucht hat zu segeln, geht jetzt unter Motor Richtung südwest. Wir behalten unseren 270 Grad Kurs, bis ich dann die neueste Wetterkarte herunter geladen habe. Von Südwest kommt ordentlich Wind. Früher als erwartet. Ich korrigiere leicht auf 260 Grad und gehe davon aus, dass wir in der Nacht den Motor endgültig abstellen können.
Wir nutzen die ruhige Fahrt, um das Schiff mal ordentlich zu durchlüften. Das öffnen der Luken unter Segel oder auch nur leichten Wellen ist strickt untersagt und nach 2 Tagen sehnt man sich dann nach frischer Luft unter Deck.
Hajo macht tolle Aufnahmen mit seiner GoPro-Camera von der Mastspitze und Volker entspannt mit Ipod und Kopfhörer auf dem Vordeck.
Edwin versucht mit seinem Buch voran zu kommen, wird aber immer wieder gestört und kommt nicht richtig zur Ruhe.
Die Positionsmeldungen der ARC habe ich noch nicht bekommen. Die haben anscheinend keine feste Zeit für den Versand und ich muss halt immer wieder das Funkgerät und den Computer einschalten.
Uns geht es gut und die Stimmung ist super.

Schöne Grüße
Andreas, Edwin, Volker und Hajo

Donnerstag, 28. November 2013 - 00:06 Uhr
Unglaublicher Sternenhimmel

Nach Hajos neuem Wachplan habe ich heute von 19 bis 22 Uhr Wache. Der Abend ist so schön, dass ich schon ankündige bis mindestensb23 Uhr zu machen. Der Tag war ruhig. 3 Segelyachten fuhren hartnäckig unseren Kurs und blieben in unserer Nähe. Erst als der Wind weiter rechts dreht und wir immer weiter nach Norden gehen müssen, sprechen die sich untereinander über Funk in portugiesich ab und fahren gleichzeitig eine Wende. Das bringt sie ziemlich direkt nach Süden und sie machen nicht soviel zum Ziel gut wie wir. Wir diskustieren eine Weile und stellen Berechnungen an. Letztendlich entscheide ich, doch auf mein Telefonat mit Martin zu warten. Der hat von zu Hause aus bessere Informationen und kann uns bei der Strategie helfen. Die Flaute läßt sich nicht vermeiden, die Frage ist nur: Wie lange können wir uns noch unter Segel dem Ziel nähern. Im Moment läuft es noch halbwegs. Die Schiffe südlich von uns stecken schon fest.
Zum Abendessen gibt es Bratkartoffeln a la Hajo mit einem Salat von Volker. So richtig Hunger hat keiner, denn zum Mittag gab es reichlich Thunfischsalat von Hajo. Ein neuer Fisch ist heute nicht dazu gekommen. Den fangen wir dann morgen. In meiner Funkrunde berichtet die KATHEA von dem zweiten Mahi Mahi. Den gibt es wohl weiter im Süden.
Wir hören noch etwas Musik bevor Hajo, Volker und Edwin in die Kojen verschwinden. Ich bleibe allein und schaue mir den grandiosen Sternenhimmel an. Überwältigend. Keine Wolke und der Mond kommt erst um halb 3. Es gibt fast nichts schöneres.
Gleich werde ich noch über Funk ein paar Emails absenden und abfragen. Danke für die vielen Mails, die uns über "DLBV@sailmail.com" erreichen. Wir sind sehr froh, dass wir von unseren Freunden "begleitet" werden.
Der Funkkontakt zu den Sailmail-Stationen rund um die Welt funtioniert nachts am Besten und so werde ich mir gleich noch eine neue Wetterkarte und die Positionsmeldungen der ARC herunter laden.
Viele Grüße vom Atlantik
Andreas, Edwin, Volker und Hajo

Mittwoch, 27. November 2013 - 10:56 Uhr
Wir sind nicht allein

Mit dem Regen kommt eine totale Windstille.
Nach dem Essen sind alle schlafen gegangen, Bis auf Hajo, der hat die erste Wache. Von meiner Koje aus höre ich den Regen aufs Deck prasseln und merke, dass kein Wind mehr da ist. Ich ziehe mich schnell wieder an und helfe Hajo die Segel bergen. Innerhalb Sekunden bin ich klatschnass. Wir fahren unter Motor weiter, bis ich dann davon aufwache, daß das Motorengeräusch fehlt und höre wie Hajo wieder Segel setzt. Die Geschwindigkeitsanzeige in meiner Kabine geht auf 7,5 kn hoch und ich schlafe beruhigt wieder ein. Um Halb 4 stehe ich auf um Edwin abzulösen. Der Wind hat, wie vorhergesagt, weiter gedreht und wir fahren nun einen Amwindkurs 260 Grad. Es sind noch ein paar Sgeler um uns herum und vor uns taucht ein weißes Licht auf, kurz über der Wasseroberfläche. Ein Fischer, keine 2 Meilen direkt vor uns. Ich weiche auf 270 Grad aus und behalte den Kurs bei. Ein Segler, der vor mir meinen Kurs in Richtung Süden kreuzt, taucht Stunden später hinter mir wieder auf und schwenkt auf meinen Kurs ein. Mittlerweile beobachte ich 5 Segler, die alle nicht zur ARC-Flotte gehören. Wer hier über Bord geht, muss ja schon fast Angst haben überfahren zu werden.
Seit 2 Stunden versuche ich den neuesten Positionsreport der ARC zu bekommen. Die Anforderung ist raus und der Kontakt zu den Funkstationen klappt in der Nacht super, aber die ARC braucht wohl länger, den zu verschicken. Jetzt während der Nachtwache hätte ich schön Zeit den zu studieren.
Hajo hat gestern Abend meinen Wachplan optimiert. Bin mal gespannt, was Volker und Edwin nach der ersten Nacht dazu sagen. Wir haben ja noch einige Tage, den richtigen Rythmus zu finden.

Schöne Grüße
Andreas

Dienstag, 26. November 2013 - 22:27 Uhr
Immer noch Wind

Den ganzen Tag unter Genaker gesegelt. Super!
Der Wind dreht leicht rechts und wir korrigieren den Kurs bis auf 250 Grad. St. Lucia liegt in Richtung 260.
Gegen Mittag setzen wir noch das Groß dazu und wir schaffen damit knapp einen Knoten mehr.
In der Funkrunde um 16 Uhr bestätigen mir die anderen in der Nähe den gleichen Wind. Aber keiner kommt so gut voran wie wir. Das müsste sich heute Abend in den Platzierungen bemerkbar machen. Aber jetzt ist noch alles sehr eng.
Gegen Abend kommt eine Regenwand auf uns zu. Wir drehen weiter vor den Wind und essen unseren Thunfisch im Salon. Danach bergen wir den Genaker und setzen Groß, Genua und Stagsegel. Das bringt uns auch auf 7,5 kn und wir haben in der Nacht mehr Ruhe.

Schöne Grüße
Andreas

Dienstag, 26. November 2013 - 11:26 Uhr
Wind!!!

Der Wind hat gehalten und ist weiter aufgefrischt.
Seit gestern abend segeln wir wieder mit 6,5 bis 7,5 kn. Die ganze Nacht durch. Herrlich!
Kaum Welle nur die schöne Atlantikdünung. Da kann man ruhig schlafen. Erst gegen Morgen wird es unruhiger. Eine unangenehme Welle hat sich aufgebaut und wir schaukeln wieder hin und her. Zum Glück hält der Wind und bring genügend Druck in die Segel. Der Himmel ist grau, wie schon gestern Abend. Auch in der Nacht haben wir kaum Sterne gesehen, nur der abnehmende Halbmond wirft gelegentlich etwas Licht durch die Wolken. Gestern haben uns die ersten Delphine besucht. Mehrere Schulen sind nacheinander an´s Schiff gekommen. Ein wunderschöner Anblick. Hajo hat schon wieder seine Angel draussen. Für heute Abend haben wir aber noch Thunfisch, und so lasse ich meine heute drin.
Andere Schiffe sind heute früh nicht mehr zu sehen. Das AIS zeigt zwar noch 3 Signale, aber die sind zu weit weg, als dass wir sie sehen könnten.

Schöne Grüße
Andreas
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Montag, 25. November 2013 - 20:08 Uhr
Flautentag

Fast den ganzen Tag Flaute. Wir motoren durch die hohe Atlantikdünung und verbrennen unseren Treibstoff schon zu Anfang unserer Reise.
Zwischendurch kommt immer mal wieder Wind auf, aber der hält nicht lange an und wir holen die Segel wieder ein.
Um 16 Uhr rufe ich zu meiner täglichen Funkrunde die deutschsprachigen Segler auf SSB und erfahre, daß wir wohl die Ausnahme sind. Fast alle anderen haben 15 bis 20 kn Wind. Kurz nach 13 Uhr melden sich beide Angeln. Hajo hat einen schweren Fisch dran, ich einen "kleinen". Dafür bekomme ich ihn rein, während der von Hajo wieder verschwindet. Edwin holt den Wodka (zum Betäuben) und Hajo steht mit dem Gaff bereit. Nach kurzem Kampf haben wir den Thunfisch an Bord und auch schnell filettiert. Der reicht für zwei ausgiebige Mahlzeiten.
Nach der Funkrunde begebe ich mich an den Thunfisch. Die Hälfte der Fillets gebe ich mit viel Knoblauch, Zwiebeln, Paprika und leckeren Gewürzen in die Pfanne, während Hajo noch etwas Kartoffelpürre´zubereitet. Wir schaffen nicht alles. Aus dem Rest mache ich morgen Thunfischsalat. Danach ziehen zwei Regenfronten auf. Wir hoffen auf viel Wind, aber die ziehen an uns vorbei. Es reicht grade zum Segelsetzen. Dafür müssen wir unseren Kurs nach Süden ändern. Wenigstens können wir die Maschine mal wieder ausschalten.
Der heutige Positionsbericht bestätigt, dass wir ganz gur vorne liegen, aber darauf brauchen wir nicht stolz sein. Alles eine Frage der Drehzahl.
Hoffentlich bekommen wir morgen Wind.
Schöne Grüße von der
Dragonfly-Crew
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Montag, 25. November 2013 - 13:59 Uhr
Die erste Nacht




In der ersten Nachthälfte schlief der Wind komplett ein und wir haben den Motor gestartet.

Leider kommt eine hohe Welle von 3-4 m aus Nord und wirft das Schiff hin und her. Ohne Segel (Wind) fehlt der Druck und wir werden in den Kojen hin und her geworfen. Schlafen geht gar nicht. Das Rigg schlägt und klappert beängstigend und wir versuchen den Baum so gut es geht zu fixieren. Nach ein paar Stunden kommt zum Glück der Wind wieder und ich setze sofort die Segel. Das geht bis 8 Uhr morgens gut, jetzt läuft wieder der Motor.

Zum Glück haben die Wellen etwas nachgelassen. Auf dem AIS sehen wir noch eine Handvoll Segler. Weit entfernt am Horizont noch einige wenige mehr. Die "Christobel" und die "Festina Lente" waren die ganze Nacht in unmittelbarer Nähe. Jetzt entfernen sie sich langsam. Bisher habe ich von der ARC noch keine Positionsmeldungen bekommen, glaube aber, daß wir ganz gut im "Rennen" liegen. Ist ja auch erst der zweite Tag.

Unsere zwei Angeln hängen schon draußen und wir hoffen auf den ersten Fisch.

Schöne Grüße vom
DRAGONFLY-Team

Montag, 25. November 2013 - 13:57 Uhr
Der erste Tag


24 November 2013

Jörg und Ramin kommen nochmal vorbei um uns zu verabschieden und unglaublich viel Touristen schlendern über die Stege. Ich wollte eigentlich schon ablegen, aber da kommt noch eine Blaskapelle aus Las Palmas über den Steg. Die Stimmung in der Marina ist unglaublich.
Der Abschied von Nicole fällt mir schwer, aber wir müssen jetzt raus.
Der Wind hat aufgefrischt und bläst mit ca. 25 kn aus Nord. Für den Genaker ist das zu viel und wir machen mit Groß und Genua gut Fahrt. So ziemlich als Letzter gehen wir über die Linie. Ein Regenschauer verdunkelt die Szene. Wir können teilweise nur noch 100 m weit sehen. Der Wind dreht etwas und wir nehmen das Groß rein. Kurz vor 4 schläft der Wind auf unserer Höhe ein. Auch die Schiffe vor uns stehen in der Flaute. Torsten von der Christobel meldet über Funk, daß sein Parasailor nur schlaff herunter hängt. Aber er hat auch schon 8 Meilen Vorsprung. Wir sind dicht an der Sleipnir und sehen, daß deren Parasailor auch nicht steht. Trotzdem packen wir unseren Genaker aus und bekommen auch kurz danach etwas Wind. Genug für den Genaker. Der zieht uns aus dem Flautenloch und wir bekommen ein en guten Abstand zu den Schiffen, die eben noch um uns herum waren. Mit 10 kn Wind und 7 kn Geschwindigkeit fahren wir in die Nacht. Wir sind uns einig, dass es heute kein Abendessen gibt. Dafür sind wir einfach zu aufgedreht und die Fahrt in den Sonnenuntergang wollen wir genießen. Jeder macht sich ein Brot. Hajo und Edwin legen sich noch etwas hin. Ich habe mit Edwin die erste Wache. Bis dahin kann er noch etwas vorschlafen.
Ich werde später nochmal mit Martin telefonieren und über die Windvorhersage diskutieren.

Schöne Grüße
von der Dragonfly-Crew
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